Warum „Salon unter der Brücke“?

Im Salon …

Ein Salon (bzw. eine Salongesellschaft) stellt weder einen kommerziellen noch einen privaten Raum dar.
Er ist ein nach außen geneigter, aber kein völlig offener Raum.
Ein Raum des Austausch mit anderen, aber auch ein Schutzraum vor anderen.
Der Salon ist ein Raum für Gleichgesinnte (und solche, die es werden wollen).

Mit der Bezeichnung „Salon“ wollen wir außerdem an eine Tradition der queer-feministischen Salonkultur anschließen. Salons waren Schauplätze einer Gegenkultur, die versuchten, innerhalb des Bestehenden Freiräume und Orte des kritischen Denkens zu etablieren. In den 1930er-Jahren wurden durch den Nationalsozialismus weite Teile dieser Kultur vernichtet, zusammen mit den Menschen, die sie hervorgebracht haben, darunter viele Jüdinnen und Juden. Der Bezug auf die Salons dient uns als Sinnbild, dass es – so lange die Verhältnisse keine besseren geworden sind – Versuche von Frei- und Schutzräume braucht. Und weil es sie braucht, diese immer unvollkommen und umkämpft bleiben werden.

Unter der Brücke …

Die Bezeichnung „Unter der Brücke“ bezieht sich zunächst auf unsere räumliche Situation: Der Eingang zur Wipplingerstraße 23 befindet sich eben unter der Brücke, die über den Tiefen Graben führt. In einem weiteren Sinn verweist sie auch auf den Umstand, dass, egal welche subkulturellen Räume wir uns zunächst „im Kleinen“ schaffen, die gesamtgesellschaftlichen Widersprüche ungelöst bleiben. Und so bleiben auch wir im Salon letztendlich unter der Brücke. Oder anders ausgedrückt, der Salon unter der Brücke existiert nur aus einem Grund: um sich selbst abzuschaffen.

Zu guter Letzt hat uns auch amüsiert, dass sich genau über uns auf der „Hohen Brücke“ das Büro der Klassenlotterie befindet 😉

Darum: Willkommen im Salon unter der Brücke (SuB23)!